8 03, 2014

Droit collaboratif: Kokon-Verfahren en français

Schneller als in allen anderen europäischen Ländern hat sich das Kokon-Verfahren in Frankreich etabliert. Das Verfahren firmiert dort unter der Bezeichnung „droit collaboratif“ und wird dort inzwischen von mehreren hundert Berufstätigen innerhalb und außerhalb der Anwaltschaft angeboten.
Mehrere Berufsorganisationen
Trotz der kurzen Geschichte des Verfahrens in Frankreich haben sich bereits mehrere Einrichtungen zur Vernetzung der teilnehmenden Berufsträger gebildet. Deren erste war die 2009 gegründete Association Française des Praticiens du Droit Collaboratif. Diese Organisation präsentiert sich und ihre Arbeit auf einer anschaulichen Homepage, die auch ein Video mit Antworten zu sieben Fragen zum Kokon-Verfahren bereithält (ähnliche Videos gibt es auch in Englischer und in Deutscher Sprache). Eine zweite Berufsorganisation, die Association des Professionnels Collaboratifs Interrégionale, gründete sich 2011.
Convention de procédure participative
In Frankreich hat das Kokon-Verfahren auch bereits eine eigene gesetzliche Regelung erhalten. Anfang 2012 traten mit Art. 37 des Gesetzes Nr. 2010-1609 die neuen Art. 2062 ff. des französischen Zivilgesetzbuchs (Code Civil) in Kraft. Auf dieser Grundlage können sich die Parteien eines Kokon-Verfahrens auf eine sogenannte procédure participative einigen. Sie verpflichten sich damit zu kooperativen Verhandlungen ohne Anrufung eines Gerichts und vereinbaren für den Verhandlungszeitraum einen dilatorischen Klageverzicht. Eine Klage ist erst zulässig, wenn der vorbestimmte Verhandlungszeitraum abgelaufen ist oder sich der Streitgegner nicht an die Kooperationsvereinbarung gehalten hat. Die Disqualifikationsklausel, die das anwaltliche Mandat auf die außergerichtlichen Verhandlungen begrenzt, ist allerdings in der procédure participative nicht enthalten und muss daher in den Verfahrensverträgen der Parteien gesondert geregelt werden.

5 03, 2014

Gibt es ein EU-Mediations-Paradox?

Eine aktuelle von der EU-Kommission in Auftrag gegebene Studie beobachtet große Zurückhaltung in den meisten der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union bei der Nutzung der Mediation. Die Autoren sprechen von einem „EU-Mediations-Paradox“ angesichts der nach wie vor geringen und nur langsam wachsenden Nutzung von Mediation in Zivil- und Handelsstreitigkeiten trotz der großen mit diesem Verfahren verbundenen Vorteile.
15 02, 2014

Neuer Blog zur Verbraucherstreitbeilegung

Vor dem Hintergrund der neuen EU-Richtlinie zur außergerichtlichen Streitbeilegung in Verbraucherangelegenheiten ist ein neuer Blog zur Verbraucherstreitbeilegung online gegangen. Unter der Adresse verbraucherstreitbeilegung.de informiert die Seite über aktuelle Forschung und praktische Entwicklungen bei der alternativen Streitbeilegung für Verbraucher.

31 01, 2014
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    Referentenentwurf einer Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren

Referentenentwurf einer Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren

Das Bundesjustizministerium hat am 31. Januar 2014 einen Referentenentwurf einer Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren (ZMediatAusbV) vorgelegt. Nach Angaben des Justizministeriums orientiert sich der Entwurf an den einschlägigen Ausführungen des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestags in der Beschlussempfehlung und dem Bericht vom 1. Dezember 2011 (BT-Drs. 17/8058, S. 18-20). Die Aus- und Fortbildungsinhalte für den zertifizierten Mediator gehen laut BMJ im Wesentlichen auf Standards zurück, die durch den vom Bundesministerium der Justiz moderierten Arbeitskreis „Zertifizierung für Mediatorinnen und Mediatoren“ erarbeitet wurden. Der Verordnungsentwurf ist auf den Seiten des Justizministeriums abrufbar. Die beteiligten Fachkreise und Verbände sind aufgerufen, sich bis Ende April 2014 zu dem Verordnungsentwurf zu äußern.

23 01, 2014

Mediation beim 9. Deutschen Erbrechtstag in Berlin

Vom 13. bis 15. März 2014 findet in Berlin der 9. Deutsche Erbrechtstag statt. Die Auftaktveranstaltung befasst sich mit Verfahrensalternativen beim Streit ums Erbe. Dabei wird insbesondere die Mediation in erbrechtlichen Streitigkeiten aus den Perspektiven einer Richterin, eines Wissenschaftlers und eines Rechtsanwalts beleuchtet. Unter anderem geht es um aktuelle Gesetzgebung zur außergerichtlichen Streitbeilegung, die Rolle der Mediation in der anwaltlichen Beratung, die Rolle der Anwälte in der Mediation sowie um Prognosen für die weitere Entwicklung der gerichtsinternen und außergerichtlichen Mediation. Weitere Informationen sowie ein Anmeldeformular (pdf) finden sich auf den Seiten der Arbeitsgemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwaltverein.

14 01, 2014

4. Jahrestreffen der IACP im März 2014 in Mailand

Die International Academy of Collaborative Professionals (IACP) lädt zu ihrem 4. Jahrestreffen am 27.-30. März 2014 nach Mailand ein. Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an Rechtsanwälte, sondern auch an Psychologen, Finanzberater und Vertreter des Kindeswohls, die sich für das Kokon-Verfahren interessieren. Gleichzeitig bildet das Treffen ein Forum zum Austausch über Ideen und Erfahrungen rund um die alternative Streitbeilegung im Familienrecht. Die IACP erwartet mehrere hundert Teilnehmer aus ganz Europa und den USA. Die Anmeldung erfolgt online auf den Seiten der IACP.

13 01, 2014

Apple und Samsung einigen sich auf Mediation

Apple Inc. und Samsung Electronics Co. haben sich am 9. Januar 2014 darauf geeinigt, ihren Patentrechtskonflikt mit Hilfe eines Mediators zu verhandeln. Beide Unternehmen streiten um Patentrechte an bestimmten technischen Innovationen für Smartphones. Der neuerliche Einigungsversuch ist ein Beispiel für gerichtsnahe Mediation: Die Unternehmen reagieren damit auf einen Vorschlag eines mit der Sache am Bundesgericht in San Jose befassten Richters. Die Mediation soll unter Leitung eines Mediators mit Erfahrung mit großen Streitwerten noch im Februar 2014 durchgeführt werden. Die Stadt San Jose spielt eine besondere Rolle in der Entwicklung der alternativen Streitbeilegung in den Vereinigten Staaten; die Streitbeilegungsinstitution JAMS unterhält dort ihr Konfliktlösungszentrum für das Silicon Valley.

27 11, 2013
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    Neuer Report zur außergerichtlichen Streitbeilegung in Unternehmen

Neuer Report zur außergerichtlichen Streitbeilegung in Unternehmen

Im Winter 2013 ist eine Studie zur Nutzung außergerichtlicher Konfliktlösungsmethoden in Unternehmen erschienen (Academicon ADR-Report 2013). Die Studie beleuchtet die gegenwärtige Einstellung mittlerer und großer deutsche Unternehmen zu Verfahren der einvernehmlichen Konfliktlösung und zeigt Potenzial für erhebliche Kosteneinsparungen auf. Die Studie kann auf den Seiten von Academicon bestellt werden.

16 11, 2013

Prezi zur Streitbeilegung im Familienkonflikt

Die Prezi-Präsentation aus dem Workshop zur Streitbeilegung im Familienkonflikt beim Munich Center for Dispute Resolution (MuCDR) ist nunmehr auf den Seiten von prezi.com kostenlos online verfügbar. Die Veranstaltung wird in unregelmäßigen Abständen als Bestandteil des Semesterprogramms des MuCDR (vormals Centrum für Verhandlungen und Mediation) wiederholt. Nähere Informationen finden sich auf den Seiten des MuCDR.

3 11, 2013

Ausbildung zum Wirtschaftsmediator (MuCDR)

Das Munich Center for Dispute Resolution (MuCDR) an der LMU München (ehemals Centrum für Verhandlungen und Mediation) bietet im Frühling 2014 eine Ausbildung zum Wirtschaftsmediator (MuCDR) an. Die Ausbildung beginnt mit einem Fernmodul (Podcast); daran schließen sich drei Präsenzmodule im Hotel Jodquellenhof in Bad Tölz an. Weitere Informationen online auf den Seiten des MuCDR. Die Folgeausbildung findet im zweiten Halbjahr 2015 in Schloss Hohenkammer bei München statt; auch hier sind weitere Informationen online verfügbar.