Cooperative Praxis oder Kokon-Verfahren?

Eine ganze Reihe von Ausbildungsinstituten, Anwälten und Psychologen bieten seit kurzem das in den USA unter den Namen „collaborative law“ oder „collaborative practice“ bekannte Verfahren unter der Bezeichnung „Cooperative Praxis“ an. Teilweise wird „Cooperative Praxis“ auch mit dem Begriff „CoPra“ oder nur mit den Buchstaben „CP“ abgekürzt. Es ist sehr zu begrüßen, dass diese Methode damit langsam auch im deutschen Sprachraum Fuß fasst.

Wie klingt Cooperative Praxis?

Aus Mandantensicht ist der Begriff „Cooperative Praxis“ oder auch „CP“ freilich nicht einfach zu verstehen: „Cooperative“ liest sich wie ein englisches Wort, soll aber wohl deutsch ausgesprochen werden. „Praxis“ ist eine in diesem Kontext missverständliche Direktübersetzung aus dem Englischen: Das Wort „practice“ bedeutet nämlich so etwas wie „Verfahren“, ganz anders als das deutsche Wort „Praxis“, das man eher mit einer Arztpraxis und damit mit Behandlungsbedarf assoziiert.

Diese Homepage schlägt als neuen Begriff statt „Cooperative Praxis“ die Bezeichnung „Kokon-Verfahren“ vor. Dabei steht „Kokon“ einerseits für KOoperative KONfliktlösung und nutzt andererseits das Bild eines Schmetterlingskokons als eines geschlossenen Raums, in den sich Raupen wie auch die Parteien bei „collaborative law“ einnisten, um eine gute Lösung zu finden. Eine Reihe von Angehörigen psychosozialer Berufsgruppen und Anwälten hat sich diesem Begriff bereits angeschlossen. Letztendlich sollte sich die Bezeichnung wohl am besten danach richten, welcher Begriff für Konfliktbeteiligte gut aussprechbar, anschaulich und einprägsam ist.

Kokon-Verfahren statt Cooperative Praxis

Logo für das Kokon-Verfahren

 

Auf Verständlichkeit kommt es an!

Aus der Perspektive des Ideenmarketings müssen gerade der Allgemeinheit unbekannte Begriffen verständlich sein und bildlich ankommen. Ideen überleben und verbreiten sich durch Wörter, die man buchstäblich so schnell nicht vergisst. Für das Kokon-Verfahren lässt sich infolge der Erfahrungen aus den USA mit großer Sicherheit prognostizieren, dass seine Bekanntheit schnell wächst, sobald sich unter seinen Befürwortern ein tragfähiger Begriff etabliert hat. In Amerika hat sich „collaborative practice“ vielerorts erheblich schneller verbreitet als die Mediation, weil Rechtsanwälte selbst das Verfahren schätzen und steuern. Anders als bei der Mediation, die die Delegation des Konflikts an einen Dritten (die Mediatorin) voraussetzt), behalten die Anwälte beim Kokon-Verfahren das Heft in der Hand. Das gibt den Parteien eine erhebliche Chance, frühzeitig konsensorientierte Verhandlungen zu beginnen.

Fragen und Antworten zu Bezeichnung und Anwendung des Verfahrens finden sich auf einer eigenen Seite dieser Homepage. Zögern Sie auch nicht, weitere Fragen zu stellen und mich persönlich zu kontaktieren! Übrigens: Das Schmetterlingslogo für das Kokon-Verfahren auf dieser Seite kann kostenlos für eigene Zwecke genutzt werden.

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