In einem Beitrag zum Tagungsband „Grundlagen und Methoden der Mediation“, herausgegeben von den Professoren Christian Fischer und Hannes Unberath (C. H. Beck, 2014), erläutert der Münchener Rechtsanwalt Dr. Hans-Georg Mähler die Grundlagen des Konsensverfahrens Cooperative Praxis / Collaborative Law / Collaborative Practice (auf dieser Seite bezeichnet als Kokon-Verfahren).

Cooperative Praxis: Verfahrensablauf und Charakteristika

Mähler beginnt mit einem kurzen Überblick über die Geschichte des Verfahrens. Er erläutert die Besonderheiten gegenüber „normalen“ Verhandlungen der Anwälte mit ihren Mandanten und stellt die Bedeutung der Einbindung von Berufsträgern auch nicht-juristischer Berufe heraus (insb. sog. Lego-Modell). Anschließend geht Mähler auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Mediation ein, wiederum unter spezieller Betonung der Einbindung von Vertretern anderer Professionen in das Verfahren Cooperative Praxis. Dies können Psychologen sein, die sich insbesondere in emotional schwierige Situationen einbringen, oder auch – in familienrechtlichen Streitigkeiten – Vertreter des Kindeswohls. Dementsprechend hält Mähler das Verfahren besonders dort für erwägenswert, wo „sachlich-rechtliche Problemstellungen mit psychodynamischen Konfliktkonstellationen verknüpft sind“.

Cooperative Praxis: Ausbildung und Organisation

Schließlich geht Mähler auch auf die Organisation von Rechtsanwälten ein, die dieses Verfahren anbieten. International ist dies die International Academy of Collaborative Professionals (IACP), in Deutschland die Deutsche Vereinigung für Cooperative Praxis (DVCP) und verschiedene regionale Netzwerke. Bei der Ausbildung für das Verfahren haben die Eheleute Dres. Mähler innerhalb Deutschlands Pionierarbeit geleistet und seit 2010 bereits mehrere Ausbildungsveranstaltungen für ausgebildete Mediatoren angeboten. Das nächste Seminar findet im Oktober 2014 statt. Auf den Seiten des Eidos Projekt Mediation kann man sich über die Veranstaltung informieren und dafür anmelden.