Häufige Fragen und Antworten

Warum Kokon-Verfahren?

Das Kokon-Verfahren ist eine Methode zur kooperativen Konfliktlösung. Daher ko Kon. Gleichzeitig gibt es auch eine ganz praktische Parallele zum Kokon eines Schmetterlings: Die Bindung aller Beteiligten an das Verfahren fixiert sie auf eine konstruktive Zusammenarbeit – zu Gunsten einer optimalen Konfliktlösung. Darum Kokon-Verfahren, und darum auch das Logo oben auf dieser Seite.

Heißt das Kokon-Verfahren überall so?

Nein. In englischsprachigen Ländern wird das Verfahren als Collaborative Law oder Collaborative Practice bezeichnet. Im deutschen Sprachraum wurden viele (Halb-) Übersetzungen erwogen, von denen sich allerdings keine vollständig durchsetzen konnte (Cooperative Praxis, CoPra, CP, kooperative Rechtsklärung, kooperatives Anwaltsverfahren). Der Terminus Kokon-Verfahren ist eine neue sprachliche Alternative, die sich am Markt zu behaupten sucht. Wägen Sie selbst!

Gibt es Bücher oder andere Quellen, mit denen sich Betroffene informieren können, ob das Kokon-Verfahren für ihren konkreten Fall geeignet ist?

Nein, und die darf es auch nicht geben. Jedwede Bezugnahme zum konkreten Fall darf nur durch einen Rechtsanwalt im Beratungsgespräch erfolgen. Das ist ganz im Sinne eines effektiven Verbraucherschutzes: Ohne die Besonderheiten des konkreten Einzelfalles zu kennen, kann niemand sachgerecht beurteilen, wie man am besten damit umgeht.

Kann man das Kokon-Verfahren auch in einem interdisziplinär besetzten Team durchführen?

Ja. Gerade in den USA ziehen viele Mandanten neben ihren Rechtsanwälten auch noch Psychologen, Finanzberater oder Vertreter des Kindeswohls hinzu. Das kann in der Tat sinnvoll sein, es verursacht freilich auch zusätzliche Kosten. Die Betroffenen sollten hier gemeinsam eine wohl informierte Entscheidung treffen.

Kann man das Kokon-Verfahren auch ganz ohne Rechtsanwälte durchführen?

Natürlich kann man Verhandlungen immer auch ohne Rechtsanwälte durchführen, dann ist es allerdings kein Kokon-Verfahren im hier beschriebenen Sinne mehr. Viele Betroffene wünschen, dass Verhandlungen dort, aber auch nur dort geführt werden, wo Bestehen und Durchsetzbarkeit eines Rechtes zweifelhaft sind. Die dazu notwendige umfassende rechtliche Prüfung des Falles darf in Deutschland aus Gründen des Verbraucherschutzes nur durch Rechtsanwälte erfolgen.

Benötige ich als Anwalt eine Ausbildung, um ein Kokon-Verfahren betreuen zu können?

Von der Verhandlungsführung her ähnelt das Kokon-Verfahren einer Mediation. Wer ein guter Mediator ist, verfügt auch über eine gute Basis für die Leitung eines Kokon-Verfahrens. Hinzu kommen sollten solide Kenntnisse über die rechtlichen Grundlagen, die Verhandlungsstruktur und typische Konfliktdynamiken des Kokon-Verfahrens. Eine gute Ausbildung kann dieses Wissen vermitteln. Aber Vorsicht: Ausbildungsanbieter haben ein großes Eigeninteresse an der Einführung von Mindestausbildungsstunden, weil sie damit Geld verdienen. Der Fokus bei der Wahl einer Ausbildung sollte daher eher auf Qualität als auf Quantität liegen.

Eignet sich das Kokon-Verfahren für eine Trennung mit Kindern?

Ja, in der Regel wird es sogar die Methode der Wahl sein, denn bei einer Scheidung bedürfen Kinder besonderer Aufmerksamkeit. In unserem Sprachgebrauch hat das Wort „Scheidungskinder“ keinen guten Klang – das Kokon-Verfahren kann ein guter Weg sein, um Kinder behutsam durch die Phase der Trennung und Scheidung zu bringen und sie in ihrer Entwicklung nicht zu beeinträchtigen.

Wie ist eigentlich der Ablauf einer Scheidung?

Der Ablauf eines Scheidungsverfahrens kann ganz unterschiedlich aussehen. Es liegt weitgehend in der Hand der Beteiligten, ob sie den Streit ganz vor Gericht austragen oder die Scheidung auf einen gerichtlichen Formalakt reduzieren. Im Grundsatz gilt: Je einvernehmlicher die Eheleute in einer Trennung agieren, desto mehr können sie selbstbestimmt ohne Gericht regeln. Da sich die Anwälte im Kokon-Verfahren dazu verpflichten, vor Gericht überhaupt nicht streitig aufzutreten, stehen die Chancen gut, dass sich der Ablauf des Scheidungsverfahrens sehr sachlich gestaltet.

Regelt das Kokon-Verfahren auch die Höhe der Alimente?

Nicht das Verfahren, sondern Sie selbst können bestimmen, wer in welcher Höhe wie lange Alimente bzw. Unterhalt zahlt. Von dieser Möglichkeit, Ihre Zukunft selbst zu gestalten, sollten Sie Gebrauch machen. Wenn Sie Verhandlungen um Geld nicht gewohnt sind, hilft Ihnen im Kokon-Verfahren ein Anwalt. Dessen Unterstützung wird sich bezahlt machen.

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