Die Haager Konferenz für Internationales Privatrecht hat bereits 2012 auf Grundlage des Haager Übereinkommens vom 25. Oktober 1980 über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung einen Leitfaden zur Mediation herausgegeben. Darin ist an verschiedenen Stellen auch vom Kokon-Verfahren die Rede (hier bezeichnet als „Kollaborative Praxis“). In der Tat stellen konsensorientierte Methoden wie die Mediation oder das Kokon-Verfahren eine überlegenswerte Alternative gerade für Familienkonflikte mit internationalen Bezügen dar, weil sie Lösungen im Schatten beider Rechtsordnungen ermöglichen. Die das Verfahren betreuenden Anwälte sollten dann allerdings mit den unterhaltsrechtlichen Normen der berührten Rechtsordnungen vertraut sein und die Muttersprachen der beteiligten Familienangehörigen möglichst sicher beherrschen. Das Dokument der Haager Konferenz leuchtet diese und andere Punkte aus und bietet insoweit eine Hilfestellung für die Anwendung konsensorientierter Konfliktlösungsmethoden im Familienkonflikt. Es ist auf den Seiten der Haager Konferenz online abrufbar.